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USUMA-Newsletter 3/2022

Nun schon zum dritten Mal möchte Sie, liebe Interviewerinnen und Interviewer, Ihre USUMA informieren. Über die Hintergründe unser aller Arbeit und die Menschen, die USUMA zusammen stark machen. Diesmal stellen wir am Ende des Newsletters Studioleiterin Angelika Otto und die Interviewerin Ingeborg Müsseler vor. - Das ist sozusagen die Newsletter-Ausgabe des Sommers, den Sie hoffentlich in vollen Zügen genießen können, neben der Arbeit. Wie immer gilt: Feedbacks, Themenideen und Anregungen zum Newsletter sind immer herzlich willkommen! Sind Ihnen einzelne Texte zu lang? Zu kurz? Einfach schreiben an newsletter@usuma.com

Prämie: Interviewer:innen werben Interviewer:innen.

Was halten Sie von 100 Euro extra? Für jeden neuen Interviewenden, der auf Grund Ihrer Empfehlung innerhalb von sechs Wochen mindestens 60 Stunden für USUMA telefoniert hat, bedanken wir uns bei Ihnen mit einer Prämie in Höhe von 100 Euro. Dafür sollte Ihr Name bereits bei der Bewerbung genannt werden. Es gibt keine Begrenzung, empfehlen Sie USUMA, so oft Sie möchten! 

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Neues von USUMA

Parallel laufen stets viele Studien bei USUMA. Telefonisch durchgeführte, aber auch Onlinebefragungen und Face-to-Face vorgenommene, also von Angesicht zu Angesicht. Abgeschlossen wurden in den vergangenen Wochen: das Versichertenbarometer für die Krankenkasse IKK gesund plus (telefonisch, 1054 Interviews), die RKI-Covimo-Befragung von Erwerbstätigen „in Berufen mit einrichtungsbezogener Impfpflicht“ (telefonisch, 802 Interviews) sowie Face-to-Face 2522 Interviews für die große bundesweite Repräsentativstudie „REP“ mit gesundheitsbezogenen Themen für die Universität Leipzig. Letzteres zum 34. Mal. Aktuell oder bald laufen unter anderem: für den großen Immobilienentwickler BPD werden in der Wohnregion Kiel 600 zufällig ausgewählte Privatpersonen mit Verantwortung für Haushaltsentscheidungen telefonisch befragt. Es geht dabei vor allem um die Wohnsituation, Umzugswünsche und Wohnpräferenzen. Im Business-to-Business-Bereich (B2B) stehen Handwerksbetriebe im Fokus. Eine Studie wird telefonisch mit einem begleitenden Online-Teil stattfinden, also interaktiv. In einer weiteren Studie werden die Bürger/innen in einem Stadtteil Leipzigs zur Energiepolitik befragt. Hierfür wird zunächst eine Postwurfsendung durchgeführt und um eine Onlineteilnahme gebeten. Um möglichst viele Personen zu befragen, rufen wir einige zusätzlich an.        

Background: Wie Studien zustande kommen

Im ersten Teil dieser kleinen Background-Serie haben wir erklärt, woher die Auftraggeber kommen und wer die Fragebögen gestaltet (Newsletter 2). Hier soll es vor allem um Folgendes gehen: Welche Rolle spielt die angenommene Länge eines Interviews und die Teilnahmewahrscheinlichkeit für die Kostenkalkulation und den Einsatz der Interviewer:innen? Was bedeutet „Interviews per hour“ (abgekürzt IPH, engl. für „Interviews pro Stunde“)?   

Hinter jeder Studie, jeder telefonischen Befragung, stehen hochkomplizierte Kalkulationen und Preisverhandlungen. Dabei ist die Länge des Fragebogens entscheidend.  

Wie kann man vor Beginn einer Befragung (also der Feldzeit, in der eine Studie telefoniert wird) wissen, wie lange ein Interview im Durchschnitt (!) dauert? „Um das im Vorfeld einzuschätzen, haben wir im Haus über Jahre ein komplexes Kalkulationsschema erstellt“, erklärt Martin Liebau, wissenschaftlicher Leiter bei USUMA: „Die Länge eines Interviews schätzen wir anhand jeder einzelnen Frage und jedes Antwortschemas. Dabei wird natürlich auch berücksichtigt, wie schwer es ist, in der Kürze der Zeit eine passende Antwort zu finden.“ Bei der Frage nach der Körpergröße geht es schneller, bei der Frage nach der psychischen Befindlichkeit braucht die befragte Person eventuell länger. „Auch die Zeit, die vergeht, um den Schwedenschlüssel durchzuführen und die jeweilige Datenschutzerklärung vorzulesen, berechnen wir.“

Nun kommt die Teilnahmewahrscheinlichkeit ins Spiel, um zu ermessen, wie viele Interviews eine Interviewerin/ ein Interviewer im Durchschnitt in einer Stunde schaffen kann. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, vor allem auch der Zugang zur Zielgruppe. Einfacher ist es, wenn jede Person in Deutschland ab 16 Jahren aufwärts möglicher „Kandidat“ ist. Schwieriger, wenn zum Beispiel nur Personen befragt werden sollen, die seit 2012 einen ambulanten Psychotherapieplatz gesucht haben oder in ihrer Freizeit angeln, wie es in der Vergangenheit bei zwei von USUMA in Sachen Datenerhebung durchgeführten Studien der Fall war. Aus all diesen Faktoren wird der IPH („Interviews per hour“) errechnet, also die Zahl der Interviews, die im Durschnitt (!) in einer Stunde bewältigbar sind. Zum Beispiel 0,5. Das heißt, in zwei Stunden kann ein Interview durchgeführt werden. Daraus wiederum errechnet sich, wie viele Interviewer:innen wie viele Stunden eingesetzt werden müssen, um z.B. 1.000 Interviews in vier Wochen zu schaffen.  

Gut zu wissen: „Stichprobe“. Unter der „Brutto-Stichprobe“ versteht man die gezogene Zufallsauswahl aller Telefonnummern für eine Studie. Der Auswahlrahmen, das sogenannte ADM-Telefonstichproben-System, basiert auf den im Internet veröffentlichten Eckdaten des Nummernraums, den die Bundesnetzagentur den Telefonanbietern zur Verfügung stellt und verwaltet. Dieser Nummernraum umfasst prinzipiell alle in der Bundesrepublik Deutschland nutzbaren Telefonnummern. „Netto-Stichprobe“ meint die Zahl der zu führenden Interviews, z.B. 1000.

Im nächsten Newsletter-Background soll es unter anderem um den Begriff „Ausschöpfung der Stichprobe“ und das Problem mit Anrufbeantwortern gehen. 

Wir von USUMA

Angelika Otto (63), Studioleiterin. Seit zehn Jahren kümmert sich die gebürtige Leipzigerin darum, dass im Studio alles rund läuft. Lang ist die Liste ihrer Aufgaben. So plant sie u.a. die fristgerechte Durchführung der Projekte, koordiniert den Interviewer:innen-Einsatz und die Projekteinweisungen, auch für Kooperationspartner, unterstützt Interviewende bei technischen oder inhaltlichen Fragen.  „Es ist schön, ganz verschiedene Menschen mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten.“ Dabei hat sie auch ein offenes Ohr für sehr persönliche Probleme. Man vertraut sich ihr an und das berührt sie. Auch die Vielfalt der Studien gefällt ihr: „Man lernt immer wieder dazu.“ Die größte Herausforderung der Corona-Jahre bedeutete, Studiointerviewer:innen ins Homeoffice zu begleiten und deutschlandweit neue Home-Agenten zu finden. „Das haben wir eigentlich ganz gut hinbekommen“, freut sie sich. Auch die Wende war für die Diplom-Soziologin herausfordernd, „ein sehr großer Einschnitt“. Studiert hatte sie in Minsk (Weißrussland). Ab 1982 arbeitete sie im Bereich Familiensoziologie an der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin. Beinahe hätte sie ihre Promotion abgeschlossen. „Die Akademie wurde geschlossen, meine wissenschaftliche Karriere war beendet. Wie so viele habe ich dann freiberuflich in der Vermögensberatung gearbeitet.“ Doch Finanzprodukte zu verkaufen war auf Dauer nicht ihre Passion. Der Neustart klappte 1995 bei USUMA, zuerst als Interviewerin Face-to-Face. Es folgten fünf Jahre als Telefon-Interviewerin, schließlich die Tätigkeit als Supervisorin. Dem Stress des Studioalltags entkommt sie an den Wochenenden. Da verbringt sie Zeit mit ihren drei Enkelkindern (fast 1, 4 und 8) und mit Wandern. „In der Natur, beim Blick aufs Wasser, an der Ostsee, da komme ich wieder zu mir selbst.“   

Ingeborg Müsseler (74), Interviewerin (Home-Agentin). „Ich brauche das als Abwechslung, um gefordert zu sein“, erzählt die Diplom-Psychologin über ihre Tätigkeit bei USUMA, die sie schon seit 18 Jahren ausübt. Zurzeit an drei Nachmittagen in der Woche. „Es ist für mich eine tolle Bestätigung. Ich bin stolz, in meinem Alter da noch mitmischen zu können.“  Aus Duisburg stammend ist sie 1973 zum Studium nach West-Berlin gekommen und hängengeblieben. „Damals war der Teufel los. Ich lebte in einer WG direkt am Checkpoint Charly. Für die Diplomprüfung habe ich vorwiegend abends gelernt, weil es da weniger Störungen gab. Anschließend habe ich mich noch für ein paar Stunden im Nachtleben abgelenkt.“ Bestens qualifiziert ist sie für den USUMA-Job: Ihre Diplomarbeit hat sie zum Thema Fragebogen-Konstruktion geschrieben. Freiberuflich erstellte sie Gutachten und arbeitete im Multi Media-Bereich als Dozentin. „In einer Ausbildung in klientenzentrierter Gesprächstherapie habe ich gelernt, neutral zu bleiben und mich zu schützen.“ So beherrscht sie, sich von frechen Antworten und Beleidigungen nicht herunterziehen zu lassen. In all den Jahren haben ihr Mann, ihre beiden Töchter (41, 35) und der Sohn (39) kurzzeitig bei USUMA Interviews geführt. „Um mich beim Telefonieren richtig gut zu fühlen, ziehe ich mich so an und mache mich zurecht, als wenn ich im Studio in Weißensee arbeiten würde. Kaffee zwischendurch löst die Zunge!“ Inzwischen muss sie ihren pflegebedürftigen Mann zuhause betreuen: „Wie glücklich kann ich sein, dass ich nun im Homeoffice arbeiten kann!“ In ihrer freien Zeit entspannt sie sich unter anderem mit Häkeln.