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USUMA-Newsletter 4/2022

Haben Sie schon einmal etwas Lustiges erlebt? Natürlich. Aber auch bei einem Interview für USUMA? Wenn ja, schreiben Sie uns das doch bitte oder erzählen Sie es uns am Telefon - egal wie „groß“ oder „klein“ Ihr Erlebnis ist. Die besten Episoden wollen wir im Weihnachts-Newsletter im Dezember veröffentlichen. Wir freuen uns sehr auf Ihr Feedback! Auch Anregungen und Kritik zum Newsletter sind stets willkommen. Einfach schreiben an newsletter@usuma.com

Prämie: Interviewer:innen werben Interviewer:innen

Was halten Sie von 100 Euro extra? Für jeden neuen Interviewenden, der auf Grund Ihrer Empfehlung innerhalb von sechs Wochen mindestens 60 Stunden für USUMA telefoniert hat, bedanken wir uns bei Ihnen mit einer Prämie in Höhe von 100 Euro. Dafür sollte Ihr Name bereits bei der Bewerbung genannt werden. Es gibt keine Begrenzung, empfehlen Sie USUMA, so oft Sie möchten! 

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Geschlossenes Gebetbuch

Helfen Sie uns, Menschen mit muslimischem Glauben zu finden

Wir suchen für eine aktuelle Studie in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen Menschen mit muslimischem Glauben, die etwas über Ihr Leben in Deutschland berichten. Die Meinungen und Werte innerhalb der Muslimischen Gemeinschaft sollen dabei richtig repräsentiert werden.

Sollten Sie Teil der Muslimischen Gemeinschaft in Deutschland sein und Interesse haben, sich an dieser Studie zu beteiligen, nutzen Sie gerne den untenstehenden Link und füllen den ca. 10-minütigen Fragebogen aus:
 

Studienlink

Der Fragebogen kann auf Deutsch, Türkisch oder Arabisch beantwortet werden. Wir würden uns freuen, wenn Sie diesen Link auch an interessierte Freund:innen und Bekannte weitergeben können.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auch unter:

https://www.usuma.com/gesellschaft

 

Neues von USUMA

Sommer-Café. Wiedersehen macht Freude. Vor allem, wenn fast drei Jahre seit der letzten Feier vergangen sind. Corona sei Dank war seit dem USUMA-Sommerfest 2019 viel Zeit verstrichen, als sich an einem Nachmittag Mitte September rund 30 in Berlin ansässige Interviewerinnen und Interviewer zusammen mit dem Mitarbeiter:innen-Team ein paar angenehme Stunden miteinander gönnen durften, bei kaltem Buffet, Kaffee und Kuchen. Sehr schade, dass die vielen Home-Agenten kreuz und quer in der Republik nicht dabei sein konnten! Sich über Erfahrungen auszutauschen, miteinander zu plaudern und sich als Team zu spüren, war für alle ein Gewinn. Gerne bald wieder einmal, wünschten sich einige der Anwesenden.        

Rechnungswesen. Wichtig ist, dass Sie als Interviewerinnen und Interviewer Woche für Woche die Abrechnung für Ihre Einsätze erhalten und Ihre Rechnungen bezahlt werden. Dafür war bisher Rainer Pohl zuständig. Nun in Rente (einen Tag in der Woche arbeitet er aber noch bei USUMA), hat diese Aufgabe Georg Grewer übernommen. Auch er ist für alle Ihre Anliegen im Zusammenhang mit der Abrechnung über die E-Mail-Adresse abrechnung@usuma.com erreichbar.

Einwohnerbefragungen in Leipzig-Seehausen (ca. 3000 Einwohner) und der Erzgebirgsgemeinde Jahnsdorf (5400 Einwohner). Die Installation einer großen Photovoltaikanlage oder von Windkrafträdern löst regelmäßig Sorgen, aber auch Erwartungen aus. Bürger:innen ab 16 Jahren der beiden kleinen Wohnregionen wurden dazu von USUMA im August und September nach ihrer Meinung gefragt. In einem gestaffelten Verfahren (Mixed-Methode) ließen wir zunächst an alle Haushalte Postkarten mit Studieninformationen und einem individuellen Zugangslink zu einem Online-Fragebogen verteilen. Die Fragen konnten aber auch telefonisch beantwortet werden. Dazu richtete USUMA eine Hotline ein. Martin Liebau, wissenschaftlicher Leiter bei USUMA: „Eine Woche nach Verteilung der Karten begann Phase zwei. Interviewer:innen telefonierten eine Telefonstichprobe aus eingetragenen und computergenerierten Nummern innerhalb der jeweiligen Region aus“.   

Neues aus dem Face-to-Face-Feld. USUMA führt auch Befragungen mit Interviewer:innen vor Ort von Angesicht zu Angesicht durch: Face-to-Face. Nach drei Jahren pandemiebedingter Auszeit geht die Kooperation mit dem Pearson Verlag in die nächste Runde. Thema ist die Normierung von Intelligenztests. „In den nächsten zwei Jahren führen wir mehrere Studien mit großen Fallzahlen durch“, erklärt Georg Grewer. Im Fokus stehen dabei unter anderem ein Motorik-Test für Kinder und die Normierung eines Intelligenztests. „Wir freuen uns auf eine spannende und vielseitige Feldarbeit.“

Background: „Ausschöpfung“ und Argumentieren - wozu?

Auch unwillige Angerufene durch Argumente möglichst zu bewegen, an einer Befragung teilzunehmen, kann ganz schön anstrengend sein. Wer wüsste das besser als Sie als Interviewer:in!  Warum ein schnelles Reagieren in der Kontaktanbahnung und ein engagiertes Argumentieren so wichtig sind, wollen wir hier erklären. Der Schlüsselbegriff lautet Ausschöpfung der Studie. Dabei geht es darum, welcher Anteil der Personen, die im Telefonnummern-Pool einer Stichprobe enthalten und zu erreichen ist, wirklich befragt wurde. Diese Ausschöpfung sollte möglichst hoch sein, damit mit der Studie verlässliche Aussagen getroffen werden können. 

Warum ist eine hohe Ausschöpfung so wichtig? Grundsätzlich gilt sie als Gütekriterium für Studien. Ulrike Riedel und Georg Grewer von USUMA erklären: „Sie weist auf eine wahrscheinlich geringe Verzerrung hin und schafft daher mehr Vertrauen in die Daten. Für die meisten Kund:innen sind Ausschöpfungsquoten sehr bedeutsame Werte und werden genau betrachtet!“ 

In der Regel möchte man Aussagen über eine ganze Gruppe oder Gesellschaft treffen. Daher zählt jede zufällig ausgewählte Person. „Sie steht stellvertretend für eine bestimmte Region, ein gewisses Alter, spezifische Einstellungen und Erfahrungen. Verweigert sie, fehlt ein wichtiges Puzzleteil im Gesamtbild. Jedes Interview, das durch Überzeugungskraft und eine zusätzliche Argumentation gewonnen wird, verbessert die Ausschöpfung und so die Aussagekraft der Studie.“

Was muss man tun, damit eine Studie aussagekräftige Ergebnisse liefert? Berechnet wird die Ausschöpfung am Ende, um einzuschätzen, ob mit der Studie verlässliche Aussagen getroffen werden können. Entscheidend ist, wie die Befragten ausgewählt wurden, welche Menschen man tatsächlich befragt hat und wie viele Menschen abgelehnt haben. Im Idealfall sollte die Zusammensetzung der Teilnehmer:innen der Zusammensetzung der Grundgesamtheit entsprechen, also von denjenigen, über die eine Aussage getroffen werden soll. Dazu muss sichergestellt sein, dass die Stichprobe der angerufenen Telefonnummern unverzerrt ist: alle Menschen der Grundgesamtheit sollten theoretisch per Telefon erreichbar sein und die gleiche Chance haben, ein Interview zu geben. Am besten gelingt das durch eine Zufallsauswahl der Telefonnummern.  

 

Thema „Ausfälle“. Natürlich ist es in der Realität nicht so einfach beziehungsweise unmöglich, alle Menschen zu befragen, die in der Telefonstichprobe stecken. Ausfälle gibt es immer: Im Telefonnummern-Pool existieren Nummern, die nicht funktionieren, die zu Firmen gehören, oder eben auch Kontakt- beziehungsweise Zielpersonen, die nicht mitmachen können oder wollen. Kein Problem sind diese Ausfälle, so lange sie zufällig auftreten und nicht im Zusammenhang mit dem Inhalt der Studie stehen. Beispiel: eine Person kann nicht mitmachen, weil sie erkrankt oder im Urlaub ist. Die Wahrscheinlichkeit solcher Fälle ist vergleichsweise gleichmäßig über die Bevölkerung verteilt. Daher verändert das die Verteilung der Befragten nicht.

Sollte eine Person jedoch nicht befragt werden, weil sie schlecht erreichbar oder einfach skeptisch ist und mehr Argumente zur Teilnahme braucht, ist das nicht gleichmäßig verteilt. Ulrike Riedel und Georg Grewer führen aus: „Personen, die schlecht erreichbar sind, weil sie besonders viel arbeiten oder ein sehr aktives Sozialleben haben, unterscheiden sich auch in weiteren Aspekten von anderen Teilen der Bevölkerung. Ebenso solche, die weniger Vertrauen in Fremde haben oder eher abweisend auf Anrufe reagieren. Im schlimmsten Fall lehnen Menschen die Teilnahme wegen des Inhalts der Studie ab. Befragt man aus diesen Gruppen besonders wenige Personen, kann es zu einer Verzerrung der Ergebnisse kommen.“ Das Verhältnis in der Gruppe der Befragten entspricht nicht mehr dem in der Grundgesamtheit. „Wenn zum Beispiel nur Menschen teilnehmen, die offen und neugierig sind, wird ihre Meinung stellvertretend für alle in der Stichprobe gesehen.“

Ausschöpfung berechnen. Bei Nicht-Teilnahmen muss also unterschieden werden zwischen „neutralen Ausfällen“ (nicht funktionierende Nummern, Personen, die nicht zur Zielgruppe gehören, verreist oder zur Teilnahme nicht in der Lage sind) und „nicht neutralen“ (Verweigerungen aufgrund des Themas etc.). „Um die Ausschöpfung zu berechnen, wird der Anteil der durchgeführten Interviews an potenziell möglichen Befragungen, also der Stichprobe abzüglich der neutralen Ausfälle, ermittelt.“ Im Fokus steht dann das Verhältnis von Interviews zu Verweigerungen. 

Wir von USUMA

Dr. Jürgen Schunter (50), USUMA-Geschäftsführer. Ab und zu kehrt er noch zu seiner Herkunftsfamilie nach Wolfsburg (Niedersachsen) zurück. Hier ist er aufgewachsen und hat sein Abitur gemacht, um die Autostadt dann Richtung Berlin zum Psychologie-Studium an der Freien Universität zu verlassen. Mit dem Diplom in der Tasche war er zuerst bei einer psychologischen Unternehmensberatung tätig. „Wir beschäftigten uns mit Fragen der Personalauswahl, aber auch für die Landesregierung von Brandenburg mit Einflussgrößen für das Unfallgeschehen auf ihren Landstraßen.“ 2004 stieg er bei USUMA als Projektmanager ein: „Man verantwortet, dass Anfragen und Fragen des Kunden beantwortet werden, mit den Möglichkeiten und Methoden der quantitativen Datenerhebung und Datenanalyse. Dabei soll der Prozess möglichst reibungslos ablaufen.“ Den Schritt von der Verantwortung für einzelne Projekte zur Verantwortung für ein ganzes Unternehmen vollzog er 2016.

Neben seiner Familie (zwei Töchter) und regelmäßigem Squash-Spielen mit einem Freund, widmet er sich auch in seiner Freizeit der Wissenschaft in Form eines Lehrauftrags für Arbeits- und Organisationspsychologie sowie Gesundheitsmanagement an einer Hamburger Fachhochschule – einmal in der Woche online. „Dazu kommen Haus- und Abschlussarbeiten, die zu korrigieren sind.“

Die Herausforderungen der Corona-Pandemie betrachtet er für USUMA eher auch als Chance: „Das Home-Office-Konzept hatten wir schon davor. Die Krise hat uns unterstützt, es schnell zu intensivieren. Natürlich hat das die Art der Interviewer:innen-Betreuung verändert und den Aufwand erhöht. Aber es bietet für unsere freiberuflichen Kräfte viel mehr Möglichkeiten. Da lernen wir ständig dazu, was wir noch besser machen können.“   

Margitta Fuchs (68), Interviewerin. „Ich bemühe mich bei Interviews, in Tonfall und Betonung Abwechslung reinzubringen“, erzählt die gebürtige Sächsin nach ihrem Einsatz im Studio. „Da war der eigene Beruf eine gute Schulung. Wenn es angebracht ist, kann ich auch schnell sprechen.“ Der eigene Beruf, das war und ist Fernsehjournalistin. Ab 1974 hatte sie in Leipzig an der Karl Marx-Universität Journalismus studiert. Vier Jahre später wurde Berlin ihr Arbeits- und Lebensmittelpunkt.  „Als Redakteurin beim DDR-Fernsehen habe ich beim Jugendfernsehen gearbeitet. Die monatliche Livesendung ‚Rund‘ wurde immer aus einer anderen Stadt gesendet. Da traten auch Bands auf, auch aus dem Westen. Eine tolle Zeit!“. Wie für so viele bescherte ihr die Wende große Herausforderungen. „Als freie Journalistin habe ich mich über eine Produktionsfirma beim MDR durchgeschlagen, war für Tier-, Mode-, Verbraucher- und andere Ratgeberbeiträge viel im MDR-Sendegebiet unterwegs, habe Einspieler für prominente Talkgäste produziert und Studiointerviews vorbereitet.“

In den letzten Jahren verschlechterte sich die Auftragslage, die Hobby-Sportlerin (u.a. Bergwandern und Ski-Langlauf mit ihrem Mann) suchte ein zweites Standbein. Beim Vorbeifahren entdeckte sie 2012 das Straßenschild von USUMA. „Ich fand die Arbeit im Telefonstudio von Anfang an ganz angenehm, auch wenn es vor Corona immer ganz voll und die Geräuschkulisse gewöhnungsbedürftig war.“ Zuhause arbeiten wollte sie nicht, „da gibt es tausend Sachen, die zu tun sind und mich ablenken.“ Zudem hat sie es vom Prenzlauer Berg zu USUMA in Weißensee nicht weit. Nach wie vor recherchiert sie gelegentlich für eine Leipziger TV-Produktionsfirma. An der USUMA-Arbeit schätzt sie nicht zuletzt, „dass ich selbst entscheiden kann, wann und wie lange ich dafür Zeit habe.“ Wichtig ist ihr auch, wie bei ihrer Fernsehtätigkeit, der menschliche Kontakt in einem guten Team. „Bei Frau Otto und auch bei Frau Riedel fühle ich mich gut aufgehoben.“ Ihre Bilanz: „Man muss miteinander können, dann macht es auch Spaß.“